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Sonntag, 25. November 2012

Todesmutige Anzeige


Unternehmen schenken ja gerne mal zum Ableben eines ehemaligen Mitarbeiters ein paar tröstende Worte in Form einer Anzeige. Echt lieb. Wer in diesen Tagen das Trauerspiel zum Tod Albert Cramers verfolgt hat, dem Seniorchef der Brauerei Warsteiner, mag sich darüber gewundert haben, dass die Biermarke mit dem kompletten Werbeslogan trauerte. So hieß es am Ende der Todesmeldung ganz wahrhaftig: „Das einzig Wahre – Warsteiner“.

Sollte der Vorstoß des Brauers Schule machen, werden Todesanzeigen zukünftig noch unterhaltsamer sein. Ob es den Verstorbenen gefällt oder nicht. Wie mag es wirken, wenn man in der Kiste liegt und der ehemalige Arbeitgeber mit „Quadratisch. Praktisch. Gut“ kondoliert? Oder mit „Nicht immer, aber immer öfter“. Auch Ikeas „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ käme ziemlich schräg daher. Oder: „Da weiß man, was man hat“ (Persil). Nicht besser wäre Datevs Slogan „Zukunft gestalten. Gemeinsam“ oder auch der von Geo: „Die Welt mit anderen Augen sehen.“

Gut, dass die Warsteiner-Dichter nicht bei AOL gearbeitet haben. Da hätte sich mancher im Grab umgedreht: „Ich bin schon drin…“

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