Zauberer und Hexen, Glaskugelgucker und Horoskopiers wussten ihren Job schon immer gut zu machen - ähnlich wie ihre Kollegen von Kirche und Staat. Und von Mediaagenturen. Das ist bis heute so geblieben.
Moderne Kartenleser nennen sich SEO-Optimierer oder Google-Spezialisten. Für teuer Geld bringen sie jegliche Meldung, jegliche Homepage bei jeglicher Suche ganz nach Vorne. Prophezeien sie. Der Druck unter all den konkurrierenden Internetanbietern ist groß - und jeder weiß, dass nur der geklickt wird, der vorne liegt. Bei jeder Suche. Also wird wie wild optimiert.
Doch die Zutaten des jeweiligen Zaubertranks sind völlig verschieden. Die meist gegoogelten Worte sollten in die Headline, heißt es, möglichst viele Suchworte nach Vorne packen, alles unter die ersten zehn Worte, auf keinenFall feuilletonistisch schreiben, das werde nie gegoogelt und so weiter.
Als ich mal einem Zauberer von SEO diesen Blog zeigte, war er entsetzt, dass hier nichts optimiert sei. Zum Beweise googelten wir eifrig Worte zu Themen, die dieser Blog mal aufgriff, wie Ergo, Salz und Koks. Jok-Blog lag stets weiter vorne als der optimierte Blog. Ohne jegliches SEO. Vermutlich, weil eines optimal gegoogelt wird: Schwachsinn. Aber pssst! Das ist mein Erfolgsrezept.
Jochen Kalka: Sonderbares über Menschen, Marken und Medien. Jok erhält keine Werbeeinnahmen, nimmt keinerlei Finanzen oder Produkte an und entscheidet frei und unabhängig, über was geschrieben wird. Aus ungeklärten juristischen Gründen trotzdem der Hinweis: Anzeige! Werbung!
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Sonntag, 26. Februar 2012
Sonntag, 19. Februar 2012
Simyo: Die Lüge mit dem Kostenstopp?
"Mit dem Kostenstopp von Simyo zahlen Sie nie mehr als 39 Euro / Monat", heißt das Werbeversprechen. Doch das scheint eine Lüge zu sein. jok-blog hat den Test gemacht.
"Sie zahlen nur, was Sie verbrauchen!", verspricht der Billigtelefontarifanbieter, was an sich nicht gerade vertrauenserweckend klingt. Zahlt man bei anderen Anbietern etwa mehr, als man verbraucht? Was sagen die Kollegen von Telekom, O2 und Vodafone dazu? Simyo jedenfalls scheint es ernst zu meinen mit dem Ver-Sprechen und gilt wohl auch als Erfinder des Kostenstopps. Nie mehr als 39 Euro im Monat zahlen? Egal wie viel telefoniert, gesimst, gesurft wird? "Die Pille fürs Handy - endlich sorgenfrei Monat für Monat", haben sich die kreativen Werbetexter dafür ausgedacht. Klingt beruhigend.
"Weil einfach einfach einfach ist", so der Werbe-Claim von Simyo, wird es jetzt kompliziert: Rechnerisch liegt der Kostenstopp nämlich gar nicht bei 39, sondern bei 78 Euro, wenn jok-blog recht gerechnet hat. Ohne Sondertarife und sonstige ganz illegale Steuertricks. Na ja, ein Trick ist es schon, von Simyo, so scheint es.
Denn: Der Kostenstopp von Simyo gilt nicht während eines Abrechnungszeitraums, also zum Beispiel vom 1. bis zum 30. März. Sondern er gilt beispielsweise vom 15. Februar bis 15. März. Das heißt, wenn der Kunde nach dem 1. März für 39 Euro telefoniert - und nach dem 15. März nochmal für 39 Euro spricht, surft oder simst, dann zahlt er im März insgesamt 78 Euro. Kapiert? Aber mehr zahlt er nicht. Und übers Jahr gerechnet können es tatsächlich nicht mehr als durchschnittlich 39 Euro im Monat sein. Verstanden? Weil einfach einfach einfach ist?
Auf Anfrage von jok-blog, wie das mit dem Kostenstopp denn nun gemeint sei, antwortet der Simyo-Kundendienst sehr zeitnah. Ganz lieb und ganz klar: "Der Kostenstopp-Monat kann unabhängig von dem Abrechnungszeitraum der Postpaid Rechnung sein". Jetzt alles verstanden? Es ist in etwa so: Wäre Simyo eine Pille, so würde sie verhüten - aber wohl nur jedes zweite Mal...
"Sie zahlen nur, was Sie verbrauchen!", verspricht der Billigtelefontarifanbieter, was an sich nicht gerade vertrauenserweckend klingt. Zahlt man bei anderen Anbietern etwa mehr, als man verbraucht? Was sagen die Kollegen von Telekom, O2 und Vodafone dazu? Simyo jedenfalls scheint es ernst zu meinen mit dem Ver-Sprechen und gilt wohl auch als Erfinder des Kostenstopps. Nie mehr als 39 Euro im Monat zahlen? Egal wie viel telefoniert, gesimst, gesurft wird? "Die Pille fürs Handy - endlich sorgenfrei Monat für Monat", haben sich die kreativen Werbetexter dafür ausgedacht. Klingt beruhigend.
"Weil einfach einfach einfach ist", so der Werbe-Claim von Simyo, wird es jetzt kompliziert: Rechnerisch liegt der Kostenstopp nämlich gar nicht bei 39, sondern bei 78 Euro, wenn jok-blog recht gerechnet hat. Ohne Sondertarife und sonstige ganz illegale Steuertricks. Na ja, ein Trick ist es schon, von Simyo, so scheint es.
Denn: Der Kostenstopp von Simyo gilt nicht während eines Abrechnungszeitraums, also zum Beispiel vom 1. bis zum 30. März. Sondern er gilt beispielsweise vom 15. Februar bis 15. März. Das heißt, wenn der Kunde nach dem 1. März für 39 Euro telefoniert - und nach dem 15. März nochmal für 39 Euro spricht, surft oder simst, dann zahlt er im März insgesamt 78 Euro. Kapiert? Aber mehr zahlt er nicht. Und übers Jahr gerechnet können es tatsächlich nicht mehr als durchschnittlich 39 Euro im Monat sein. Verstanden? Weil einfach einfach einfach ist?
Auf Anfrage von jok-blog, wie das mit dem Kostenstopp denn nun gemeint sei, antwortet der Simyo-Kundendienst sehr zeitnah. Ganz lieb und ganz klar: "Der Kostenstopp-Monat kann unabhängig von dem Abrechnungszeitraum der Postpaid Rechnung sein". Jetzt alles verstanden? Es ist in etwa so: Wäre Simyo eine Pille, so würde sie verhüten - aber wohl nur jedes zweite Mal...
Mittwoch, 1. Februar 2012
NASA betreibt endlich Haarforschung
Dass die Wissenschaftler der NASA im vergangenen Jahr zum letzten Mal mit einem Shuttle im Weltraum spielen durften, ist bekannt. Was sie mit den 17 Milliarden Euro Forschungsgeldern heute damit anstellen, wissen nur ausgewählte Fachjournalisten. Und der Jok-Blog: Die NASA hat umdisponiert und investiert jetzt in die Erforschung der Haare. Schluss mit Missionen zu Mond und Mars.
Die renommierte Beauty-Pressestelle von Procter & Gamble (P&G) bestätigt schriftlich: "So wurde beispielsweise ein Mikroskop aus der Weltraumforschung eingesetzt, das die NASA zur Analyse der Mars-Oberfläche verwendet hat". Die P&G-Marke Pantene Pro-V "benutzte es, um ein noch besseres Verständnis der unterschiedlichen Haarfaserstrukturen zu erhalten", so die nasalen Beauty-Autoren.
Die space-igen Wissenschaftler kamen zu verblüffenden Ergebnissen. Diese wollen wir hier wörtlich zitieren: "Dank dieser innovativen Methoden konnten die Forscher drei relevante Haarstrukturen identifizieren - feines Haar, normales bis dickes Haar und coloriertes Haar". Die wissenschaftlich eruierten Unterschiede seien physikalisch oder chemisch.
Das neue Pantene, so die Pressedichter, "mit bahnbrechenden Technologien und Inhaltsstoffen" kommt in diesen Tagen auf den Markt. Es ist doch aber eigentlich nur ein Haarwaschmittel.
Ich will ja keine Haarspalterei betreiben, aber vielleicht ist es doch spannender, die Oberfläche des Marses zu erforschen? Oder seh ich das jetzt zu oberflächlich?
Die renommierte Beauty-Pressestelle von Procter & Gamble (P&G) bestätigt schriftlich: "So wurde beispielsweise ein Mikroskop aus der Weltraumforschung eingesetzt, das die NASA zur Analyse der Mars-Oberfläche verwendet hat". Die P&G-Marke Pantene Pro-V "benutzte es, um ein noch besseres Verständnis der unterschiedlichen Haarfaserstrukturen zu erhalten", so die nasalen Beauty-Autoren.
Die space-igen Wissenschaftler kamen zu verblüffenden Ergebnissen. Diese wollen wir hier wörtlich zitieren: "Dank dieser innovativen Methoden konnten die Forscher drei relevante Haarstrukturen identifizieren - feines Haar, normales bis dickes Haar und coloriertes Haar". Die wissenschaftlich eruierten Unterschiede seien physikalisch oder chemisch.
Das neue Pantene, so die Pressedichter, "mit bahnbrechenden Technologien und Inhaltsstoffen" kommt in diesen Tagen auf den Markt. Es ist doch aber eigentlich nur ein Haarwaschmittel.
Ich will ja keine Haarspalterei betreiben, aber vielleicht ist es doch spannender, die Oberfläche des Marses zu erforschen? Oder seh ich das jetzt zu oberflächlich?
Freitag, 20. Januar 2012
Kaltblütig im E-Auto
Er wollte unbedingt mit einem elektronischen Fahrzeug nach München kommen, zur Verleihung des Gelben Engels. Schließlich ist Reinhard Kolke der Leiter des ADAC Test- und Technikzentrums in Landsberg. Und der Gelbe Engel, den der ADAC vergibt, gilt als einer der wichtigsten Automobilpreise überhaupt, ein Event, zu dem gut und gerne alle großen Autobosse kommen.
Die Strecke zum Veranstaltungsort ist 65 Kilometer lang. Weitgehend Autobahn. Außentemperatur um den Gefrierpunkt, mittelstarker Wind aus West, Rückenwind also, gute Startbedingungen. Um nicht zu viel Energie zu verheizen, wärmte der Technik-Chef den Wagen bereits Stunden vor Start an der Steckdose vor. Dann ging´s ab nach München.
Nun muss man wissen, dass bei Kälte die Reichweite eines E-Cars dramatisch abnimmt. Der ADAC-Techniker weiß so etwas natürlich auch. Und so musste er sich schon nach 30 Kilometern entscheiden: Heizung oder Reichweite. Da Kolke als Laudator der Preiskategorie „Innovation und Umwelt“ unbedingt in München ankommen wollte, entschied er sich gegen die Wärme im Auto. Entsprechend durchgefroren kam er in München an. Mit eiskalten Händen. Um letztlich kein E-Auto als Sieger auszuzeichnen.
Die Rückfahrt konnte er nicht so schnell antreten, dauert das Laden für 15 bis 20 Kilometer Fahrtstrecke rund eine Stunde. Sollte er aufgrund der Kälte und des Gegenwindes dennoch liegen geblieben sein, kein Problem: Kolke ist ja ADAC-Mitglied.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Frauenzimmer
Simone, Gabriele und Andrea sind heute unter den Top Ten der italienischen Vornamen - bei den Jungs. Maria ist inzwischen weit abgeschlagen. Auch unter Medien- und Agenturmanagern in Deutschland kommen diese wunderschön klingenden Vornamen vor. Je bekannter diese Menschen in der Branche sind, desto geringer ist die Irritation, wenn sich bei offiziellen Terminen etwa Simone als ziemlich männlich herausstellt.
Neulich aber lag die Verwunderung eher bei einem Manager, der solch einen scheinbar femininen Namen trägt. Seine Firma machte einen Ausflug in die Berge. Skifahrn. In der Hüttn wurden die Zimmer verteilt. Mehrbettzimmer. Als der ahnungslose Mann seine Ruhestätte aufsuchte, war die Hüttengaudi groß, waren doch rund um sein Bett Frauen mit echten Frauennamen einquartiert worden. Das schmeckte ihm nicht, nennen wir ihn Maria. Und er verließ den Hüttenzauber.
Auf der Alm, da gibt's koi Sünd - aber nur, wenn man den richtigen Vornamen trägt. Oder den scheinbar falschen. Ob das der Grund dafür ist, dass im gebirgigen Tibet so gar nicht zwischen männlichen und weiblichen Namen unterschieden wird? Da ist sogar die Göttin (Lhamo) - je nach Ansicht - männlich.
Neulich aber lag die Verwunderung eher bei einem Manager, der solch einen scheinbar femininen Namen trägt. Seine Firma machte einen Ausflug in die Berge. Skifahrn. In der Hüttn wurden die Zimmer verteilt. Mehrbettzimmer. Als der ahnungslose Mann seine Ruhestätte aufsuchte, war die Hüttengaudi groß, waren doch rund um sein Bett Frauen mit echten Frauennamen einquartiert worden. Das schmeckte ihm nicht, nennen wir ihn Maria. Und er verließ den Hüttenzauber.
Auf der Alm, da gibt's koi Sünd - aber nur, wenn man den richtigen Vornamen trägt. Oder den scheinbar falschen. Ob das der Grund dafür ist, dass im gebirgigen Tibet so gar nicht zwischen männlichen und weiblichen Namen unterschieden wird? Da ist sogar die Göttin (Lhamo) - je nach Ansicht - männlich.
Mittwoch, 11. Januar 2012
Anti-Social zu verkaufen
Schon mal offline gewesen? Allein dieser Gedanke mag viele Menschen an Foltermethoden aus Guantanamo erinnern. Offline geht so gar nicht. Offline ist Leben und das ist bekanntermaßen nur schwer erträglich. Je realer, desto unsozialer.
Gut also, dass es ein virtuelles Leben gibt, irgendwo im Online. Ein sozial-verträgliches. Eine Erkenntnis, zu der immer weniger Menschen kommen. Daher werden Facebook & Co in Kürze wohl ihren Zenith überschritten haben - wenn sie sich nicht neue Menschenmagneten überlegen.
Noch provoziert das Internet Suchtverhalten. Wer es wagen möchte, auf Entzug zu gehen, kann auf eines von zwei erfolgreichen Onlineabhängigkeitsabgewöhntools setzen: Freedom oder Anti-Social. Mit Freedom kann man für maximal acht Stunden seinen Internet-Zugang sperren lassen, was beim ersten Mal weh tut, weil es einmalig zehn Dollar kostet. Immerhin hat man dann noch die Freiheit, Mails zu bearbeiten. Anti-Social ist anders drauf: es verweigert den Zugriff auf Mails, lässt einen aber im Internet surfen. Das Tool will wochentags zu einem tollen Text verlinken. Na toll!
Diese Tools sollte es aber auch für das reale Leben geben. Mit Freedom könnte man unangenehme Mitmenschen für Stunden ausschalten, oh ja, die Freiheit kauf ich mir. Und mit Anti-Social... ähem, gibt es das nicht schon? Wenn man sich so umschaut, dann ist Anti-Social ein Verkaufsschlager.
Gut also, dass es ein virtuelles Leben gibt, irgendwo im Online. Ein sozial-verträgliches. Eine Erkenntnis, zu der immer weniger Menschen kommen. Daher werden Facebook & Co in Kürze wohl ihren Zenith überschritten haben - wenn sie sich nicht neue Menschenmagneten überlegen.
Noch provoziert das Internet Suchtverhalten. Wer es wagen möchte, auf Entzug zu gehen, kann auf eines von zwei erfolgreichen Onlineabhängigkeitsabgewöhntools setzen: Freedom oder Anti-Social. Mit Freedom kann man für maximal acht Stunden seinen Internet-Zugang sperren lassen, was beim ersten Mal weh tut, weil es einmalig zehn Dollar kostet. Immerhin hat man dann noch die Freiheit, Mails zu bearbeiten. Anti-Social ist anders drauf: es verweigert den Zugriff auf Mails, lässt einen aber im Internet surfen. Das Tool will wochentags zu einem tollen Text verlinken. Na toll!
Diese Tools sollte es aber auch für das reale Leben geben. Mit Freedom könnte man unangenehme Mitmenschen für Stunden ausschalten, oh ja, die Freiheit kauf ich mir. Und mit Anti-Social... ähem, gibt es das nicht schon? Wenn man sich so umschaut, dann ist Anti-Social ein Verkaufsschlager.
Sonntag, 11. Dezember 2011
Der Duft einer Po-Diva
Er gilt als einer der besten Flakondesigner Deutschlands, Lutz Herrmann, so die investigative Recherche des Kaufhof-Magazins „Galeria“. Der so genannte „Herr der Flaschen“ habe Parfümgefäße für die Düfte von David Beckham, Kate Moss und Beyoncé gestylt. Und auch den Flakon für Kylie Minogue.
Dieser hat es in sich. Oder an sich. Oder für sich. Doch dazu gleich. Eigentlich existieren bei der Entwicklung eines neuen Flakons zunächst nur „Name und Vorstellungen des Auftraggebers, welchen Charakter die Essenz und deren Hülle besitzen sollen“, so die Galeria-Reportage. Parfümeure würden den Duft oft parallel zu Herrmanns Arbeit entwickeln.
Das, was bei der Entwicklung des Duft-Flakons von Kylie Minogue herauskam, könnte die Welt in Atemnot versetzen. Die Flasche hat die Form eines Pos. „Es gibt Flakons, die perfekt zu ihrem Parfüm passen“, gesteht Flaschenkreateur Herrmann ganz grundsätzlich. Hoffentlich trifft das nicht auf Kylies neuen Geruch zu. Wer mag sich denn ein Parfüm kaufen, das nach Kylies Po duftet?
Tja, ein echtes Eau de Toilette...
Tja, ein echtes Eau de Toilette...
Dienstag, 6. Dezember 2011
Ratingagentur Standard & Poor's verliert Bestnote
Höchste Zeit, dass der Anfang gemacht wird: Jok-Blog hat einstimmig beschlossen, die einst renommierte Ratingagentur Standard & Poor's (SP) herabzustufen. Erneut hat SP heute ihre Unfähigkeit bewiesen: Noch bevor SP offiziell publizierte, dass auch Deutschland mit dem Verlust des AAA-Ratings zu rechnen habe, ging die Nachricht bereits bei mehreren Marktteilnehmern um. Damit hat die Verratingagentur die juristische Voraussetzung für Informationsvorsprünge einzelner Händler geschaffen. Heißt es.
Standard & Poor's hat sich schon mehrfach in der Vergangenheit erfolgreich durch Inkompetenz hervorgetan: Bei der Herabstufung der USA haben die professionellen Geldschätzer einfach zwei Billionen Dollar übersehen. Die Börsenaufsicht SEC soll eine Untersuchung der Rechenmethoden eingeleitet haben, schrieb das Handelsblatt. Jok-Blog ist schneller als die Börsenaufsicht und kommt zu dem Schluss, dass sich die Manager bei SP standardmäßig zu verrechnen scheinen. Und das liegt nicht an den Rechenmethoden. Da ist ja ein Dieter Bohlen als Juror glaubwürdiger.
Vor einem knappen Monat erst hatte die Rattenagentur bekanntlich Frankreich herabgestuft. Französische Staatsanleihen verbuchten daraufhin die größten Wertverluste seit Einführung des Euro. Dabei war für die Herabstufung anscheinend ein Computerfehler verantwortlich.
Sollten bei Standard-Fools weitere Computerfehler für Hoch- und Herabstimmungen sorgen, wird Jok-Blog diese sogenannte Ratingagentur weiter zurückstufen. Was bedeuten würde: Sie ist mir noch mehr egal!
Standard & Poor's hat sich schon mehrfach in der Vergangenheit erfolgreich durch Inkompetenz hervorgetan: Bei der Herabstufung der USA haben die professionellen Geldschätzer einfach zwei Billionen Dollar übersehen. Die Börsenaufsicht SEC soll eine Untersuchung der Rechenmethoden eingeleitet haben, schrieb das Handelsblatt. Jok-Blog ist schneller als die Börsenaufsicht und kommt zu dem Schluss, dass sich die Manager bei SP standardmäßig zu verrechnen scheinen. Und das liegt nicht an den Rechenmethoden. Da ist ja ein Dieter Bohlen als Juror glaubwürdiger.
Vor einem knappen Monat erst hatte die Rattenagentur bekanntlich Frankreich herabgestuft. Französische Staatsanleihen verbuchten daraufhin die größten Wertverluste seit Einführung des Euro. Dabei war für die Herabstufung anscheinend ein Computerfehler verantwortlich.
Sollten bei Standard-Fools weitere Computerfehler für Hoch- und Herabstimmungen sorgen, wird Jok-Blog diese sogenannte Ratingagentur weiter zurückstufen. Was bedeuten würde: Sie ist mir noch mehr egal!
Samstag, 3. Dezember 2011
Bier für Bushido
Nein, der umkippende Jever-Typ da in den nordischen Sanddünen, der sollte kein Vorbild sein für die Werbekampagne, die einer der größten Bierbrauer Deutschlands geplant hat. Zwar kennt ihn jeder, den Jever-Mann. Und die Werbung war auch erfolgreich. Obwohl, wie es heißt, diese umfallende Werbung keinem Test hätte standhalten können - und dass es damals auch intern Streit gegeben habe, weil man in der entscheidenden Szene einen Sturz-Besoffenen (Betonung auf Sturz) hätte interpretieren können. Heißt es, wie so vieles in der Branche gerüchtiert wird.
Die neue Kampagne, die eine renommierte Biermarke geplant hat, sollte anders sein als dieser Jever-Mann, weil, ganz klar, der Dünen-Mann so einsam sei. Und die Zielgruppe der großen Biermarke seien doch keine einsamen, verklemmten Bier-Kipper, sondern Gesellschaftstrinker. Der neue Spot sollte was mit Freundschaft zu tun haben.
Die nicht minder bekannte Werbeagentur freute sich an ihrer Aufgabe und drehte einen wunderbaren 30-Sekünder mit zwei biertrinkenden Freunden. Hoch emotional inszenierte der Film Attribute wie Freundschaft, Vertrauen, Gemütlichkeit. Der Bierbrauer schaute sich das Werbewerk an und entschied: Geht nicht.
Wieso denn nicht?, folgte die entsetzte Frage der Kreativen. Weil da nur zwei Männer trinken, war die Antwort. Das sei doch das Gute, betonte die Agentur.
Doch der Bierbrauer war anderer Meinung: "Zwei Männer? Das ist doch Bierwerbung für Schwule", begründete der Marketingchef in Bushido-Sprech. Und meinte es ernst.
Der Spot wurde neu gedreht. Genau der gleiche Film. Diesmal mit drei Männern. Er ist jetzt im deutschen Fernsehen zu sehen. Bierwerbung für Bushido & Co. Für den typischen Deutschen eben.
Die neue Kampagne, die eine renommierte Biermarke geplant hat, sollte anders sein als dieser Jever-Mann, weil, ganz klar, der Dünen-Mann so einsam sei. Und die Zielgruppe der großen Biermarke seien doch keine einsamen, verklemmten Bier-Kipper, sondern Gesellschaftstrinker. Der neue Spot sollte was mit Freundschaft zu tun haben.
Die nicht minder bekannte Werbeagentur freute sich an ihrer Aufgabe und drehte einen wunderbaren 30-Sekünder mit zwei biertrinkenden Freunden. Hoch emotional inszenierte der Film Attribute wie Freundschaft, Vertrauen, Gemütlichkeit. Der Bierbrauer schaute sich das Werbewerk an und entschied: Geht nicht.
Wieso denn nicht?, folgte die entsetzte Frage der Kreativen. Weil da nur zwei Männer trinken, war die Antwort. Das sei doch das Gute, betonte die Agentur.
Doch der Bierbrauer war anderer Meinung: "Zwei Männer? Das ist doch Bierwerbung für Schwule", begründete der Marketingchef in Bushido-Sprech. Und meinte es ernst.
Der Spot wurde neu gedreht. Genau der gleiche Film. Diesmal mit drei Männern. Er ist jetzt im deutschen Fernsehen zu sehen. Bierwerbung für Bushido & Co. Für den typischen Deutschen eben.
Samstag, 26. November 2011
Stuttgart 21: die Jeinfrage!
Die Nervosität ist groß, im Ländle. Es geht um die bislang wohl wichtigste Entscheidung der Kehrwochenschildbürger. Es geht um das Ja. Und um das Nein. Wobei das Nein ein Ja ist und das Ja ein Nein. Denn es geht um Stuttgart 21, um Kopf oder Zahl, also um Kopfbahnbhof oder Zahlbahnhof. Ja nein, wer Stuttgart hört, versteht seit langem nur noch Bahnhof.
Morgen ist die Volksabstimmung über das - wörtlich: S 21 Kündigungsgesetz. Die Gesetzesvorlage, die den Schwaben in der Wahlkabine vorgelegt wird, hat folgenden Wortlaut:
"Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21 - Kündigungsgesetz) § 1 Kündigung der Vereinbarungen. Die Landesregierung ist verpflichtet, Kündigungsrechte bei den vertraglichen Vereinbarungen mit finanziellen Verpflichtungen des Landes Baden-Württemberg für das Bahnprojekt Stuttgart 21 auszuüben. § 2 Inkrafttreten. Dieses Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung in Kraft."
Der volljährige Schwabe darf dann mit einem einzigen Kreuz geizen. Er muss es bei Ja oder Nein setzen. Was aber bedeutet Nein? Was Ja? Ein Wahlplakat am Charlottenplatz in Stuttgart klärt auf: "Park oder Gleis? Nein!" Alles klar? Nicht? Gut, dass heute noch Buttons verteilt wurden. Mit einem Ja darauf. Klein gedruckt hieß es: "Ja für S 21".
Dumm nur, dass der- oder diejenige, derdiedas Ja für S 21 wählen will, ein Nein ankreuzen muss. Nur wer Park oder Gleis will, der darf beide Kreuze machen, für ein klares Jein!
S 21 steht für 21 Prozent Sicherfalschwähler.
Morgen ist die Volksabstimmung über das - wörtlich: S 21 Kündigungsgesetz. Die Gesetzesvorlage, die den Schwaben in der Wahlkabine vorgelegt wird, hat folgenden Wortlaut:
"Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21 - Kündigungsgesetz) § 1 Kündigung der Vereinbarungen. Die Landesregierung ist verpflichtet, Kündigungsrechte bei den vertraglichen Vereinbarungen mit finanziellen Verpflichtungen des Landes Baden-Württemberg für das Bahnprojekt Stuttgart 21 auszuüben. § 2 Inkrafttreten. Dieses Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung in Kraft."
Der volljährige Schwabe darf dann mit einem einzigen Kreuz geizen. Er muss es bei Ja oder Nein setzen. Was aber bedeutet Nein? Was Ja? Ein Wahlplakat am Charlottenplatz in Stuttgart klärt auf: "Park oder Gleis? Nein!" Alles klar? Nicht? Gut, dass heute noch Buttons verteilt wurden. Mit einem Ja darauf. Klein gedruckt hieß es: "Ja für S 21".
Dumm nur, dass der- oder diejenige, derdiedas Ja für S 21 wählen will, ein Nein ankreuzen muss. Nur wer Park oder Gleis will, der darf beide Kreuze machen, für ein klares Jein!
S 21 steht für 21 Prozent Sicherfalschwähler.
Sonntag, 13. November 2011
Gefahrguttransport mit der Deutschen Post
Normalerweise machen es Omis mit ihren Enkeln. Doch auch in der Werbebranche ist mir dies nun passiert: Ein sehr guter Freund, der junge Menschen zu Berufskommunikatoren ausbildet, schickte mir eine Karte zum Geburtstag - darin enthalten ein Geldschein, fette fünf Euro. "Du bist doch Schokoladenfreund. Kauf dir eine gute Tafel!", schrieb der Freund. Wie einst meine Omi.
Nur: Die Deutsche Post spielte nicht mit. Sie überlegte sich gut, ob der wertvolle Inhalt dieses Schreibens bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen überhaupt gefahrlos durch Bayern transportiert werden könne. Wenn sich das rumspricht, etwa durch Blog-Einträge, man denke nur an die großen Postraube...
Exakt 35 Tage ließ sich die Post für den heiklen Geldtransport Zeit. Dann kam das Barvermögen an, im verschlossenen Umschlag, der wiederum in einem Umschlag der Deutschen Post war - Sicherheit geht vor. Sogar ein Begleitschreiben des Kundenservices Brief war dabei, der mit dem eindrucksvollen Satz begann: "Uns liegt eine Briefsendung vor, die wir Ihnen zuordnen konnten."
Das war wahr. Weiter hieß es: "Standardbriefe sind eine preiswerte Möglichkeit, schriftliche Mitteilungen zu versenden. Sie eignen sich jedoch nicht für den Versand von Bargeld oder Wertgegenständen. Deshalb schließen unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen Bargeld als Inhalt von normalen Briefen aus."
Uups. Woher aber wusste denn die "Mail & Logistic Group", wie es auf deren Brief heißt, dass so viel Geld in diesem Umschlag war. Man konnte es nicht ahnen - selbst, wenn man den Brief mit der hellsten Lampe durchleuchtete. Das bleibt für mich ein offenes Briefgeheimnis.
Schön jedenfalls ist der Schlusssatz des DHL-Geldtransporteurs, man bedenke, 35 Tage nach Absenden des wertvollen Briefes: "Wenn wir Sie weiterhin zu unseren zufriedenen Kunden zählen dürften, würden wir uns freuen."
Nur: Die Deutsche Post spielte nicht mit. Sie überlegte sich gut, ob der wertvolle Inhalt dieses Schreibens bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen überhaupt gefahrlos durch Bayern transportiert werden könne. Wenn sich das rumspricht, etwa durch Blog-Einträge, man denke nur an die großen Postraube...
Exakt 35 Tage ließ sich die Post für den heiklen Geldtransport Zeit. Dann kam das Barvermögen an, im verschlossenen Umschlag, der wiederum in einem Umschlag der Deutschen Post war - Sicherheit geht vor. Sogar ein Begleitschreiben des Kundenservices Brief war dabei, der mit dem eindrucksvollen Satz begann: "Uns liegt eine Briefsendung vor, die wir Ihnen zuordnen konnten."
Das war wahr. Weiter hieß es: "Standardbriefe sind eine preiswerte Möglichkeit, schriftliche Mitteilungen zu versenden. Sie eignen sich jedoch nicht für den Versand von Bargeld oder Wertgegenständen. Deshalb schließen unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen Bargeld als Inhalt von normalen Briefen aus."
Uups. Woher aber wusste denn die "Mail & Logistic Group", wie es auf deren Brief heißt, dass so viel Geld in diesem Umschlag war. Man konnte es nicht ahnen - selbst, wenn man den Brief mit der hellsten Lampe durchleuchtete. Das bleibt für mich ein offenes Briefgeheimnis.
Schön jedenfalls ist der Schlusssatz des DHL-Geldtransporteurs, man bedenke, 35 Tage nach Absenden des wertvollen Briefes: "Wenn wir Sie weiterhin zu unseren zufriedenen Kunden zählen dürften, würden wir uns freuen."
Mittwoch, 9. November 2011
Burger King: Jetzt kaufen!
Wie so oft, wenn ich das freundliche Büro-Hochhaus im Münchner Osten abends verlasse, zwingt mich der Hunger zu Esso-Tankstelle oder Burger King. Esso hat öliges Thunfischzeugs auf läbbrigen Toastscheiben oder sogenanntes Chicken Tandori in dreieckigem Plastik verpackt zu Wucherpreisen im Angebot und den Nachteil, bereits um 23 Uhr zu schließen.
Burger King hat arbeitnehmerfreundlich bis 1 Uhr nachts geöffnet und einen Drive-in, um Whopper & Co quasi während der Heimfahrt inhalieren zu können. Mein Nachteil: Eine Bestellung bei einem Fastfoodladen ist für mich Hochstress. Schon beim Gedanken an die Blechstimme des Bestellannehmkastens werde ich nervös, dann ständig dieses "Mit Käse, mit Schinken, mit Gurke...?", obwohl ich doch klare Regieanweisungen gebe.
Hoch konzentriert fahre ich neulich zum Drive-in-Bestellgerät. "Ihre Bestellung bitte!" Ich verlange wörtlich: "Einen Burger King bitte". Die Antwort: "Mit oder ohne?" Darauf von mir ein klares "Ohne!"
"Sie wollen also einen Burger King ohne Mitarbeiter kaufen?"
Burger King hat arbeitnehmerfreundlich bis 1 Uhr nachts geöffnet und einen Drive-in, um Whopper & Co quasi während der Heimfahrt inhalieren zu können. Mein Nachteil: Eine Bestellung bei einem Fastfoodladen ist für mich Hochstress. Schon beim Gedanken an die Blechstimme des Bestellannehmkastens werde ich nervös, dann ständig dieses "Mit Käse, mit Schinken, mit Gurke...?", obwohl ich doch klare Regieanweisungen gebe.
Hoch konzentriert fahre ich neulich zum Drive-in-Bestellgerät. "Ihre Bestellung bitte!" Ich verlange wörtlich: "Einen Burger King bitte". Die Antwort: "Mit oder ohne?" Darauf von mir ein klares "Ohne!"
"Sie wollen also einen Burger King ohne Mitarbeiter kaufen?"
Sonntag, 6. November 2011
Der hybride Traum
Es war das große Thema des Jahres, bei den Medienmenschen: Hybrid-TV. Man sieht darin langfristig große Erlöse, im Zusammenspiel mit Online und Fernsehen. Werbeerlöse und Vertriebserlöse. Paid Content wird jetzt in völlig neuen Zukunftsdimensionen vergöttert. Szenarien wie das unmittelbare Ordern von Produkten aus dem Werbespot heraus, per Click von der Couch aus, wurden durchgespielt und sind längst auch technisch umsetzbar.
Diese scheinbar offensichtlich sinnvolle Verschmelzung von Internet und TV feierte man auf mehreren Branchenveranstaltungen, etwa der IFA in Berlin oder auch den Medientagen in München. Große Reden wurden dazu geschwungen. Schöne Texte, so auch von ProSiebenSat.1-Vorstand Thomas Ebeling.
Doch wie sieht es zuhause aus, bei einem Fernseh-Chef wie Thomas Ebeling? Schaut er schon richtig hybrid? Vorbildlich? "Ich sitze noch mit dem Laptop auf den Knien vor dem Fernseher", gibt er gegenüber der neuen Zeitschrift LEAD digital unverblümt zu. Und er nennt auch den Grund: Seine bevorzugte TV-Marke sei ein "Late Follower".
Seine Marke ist Bang & Olufsen. Da heißen Fernsehgeräte etwa "Beo Vision". Und der Slogan des Designgeräteherstellers lautet: "Von unseren Träumen in Ihr Leben." Und das sind keine hybriden Träume.
Diese scheinbar offensichtlich sinnvolle Verschmelzung von Internet und TV feierte man auf mehreren Branchenveranstaltungen, etwa der IFA in Berlin oder auch den Medientagen in München. Große Reden wurden dazu geschwungen. Schöne Texte, so auch von ProSiebenSat.1-Vorstand Thomas Ebeling.
Doch wie sieht es zuhause aus, bei einem Fernseh-Chef wie Thomas Ebeling? Schaut er schon richtig hybrid? Vorbildlich? "Ich sitze noch mit dem Laptop auf den Knien vor dem Fernseher", gibt er gegenüber der neuen Zeitschrift LEAD digital unverblümt zu. Und er nennt auch den Grund: Seine bevorzugte TV-Marke sei ein "Late Follower".
Seine Marke ist Bang & Olufsen. Da heißen Fernsehgeräte etwa "Beo Vision". Und der Slogan des Designgeräteherstellers lautet: "Von unseren Träumen in Ihr Leben." Und das sind keine hybriden Träume.
Samstag, 22. Oktober 2011
TV-Chef kündigt Terrorakt an
Die Medientage München, Vanity Fair der Medien-Manager, lockte an den drei Tagen diese Woche rund 5000 Menschen an. Die meisten von ihnen, so schien es, weil sie selbst auf einem Podium mit einer Sprechakttheorie auffallen wollten.
Ein Geschäftsführer eines Fernsehsenders wollte in besonderer Weise auffallen: Vor seinen eitelsten Freunden kündigte der Eitle an, sein Panel zu sprengen. Er wollte als Enfant Terrible in die Annalen der 25-jährigen Geschichte der Medientage eingehen und für eine Art medialen Terrorakt auf dem Podium sorgen.
Gleich zur Einstiegsfrage sagte er, dass er die Frage doof fände. Wow! Während der Podiumsveranstaltung hielt er sich zurück. Und bei der Abschlussfrage, die irgendwas mit Zukunft und Wünschen zu tun hatte, grinste er breit, machte eine lange Pause und sagte zum Publikum: "Ich finde es toll, wie jetzt alle zu mir gucken und warten, was ich jetzt sage..." Er schien also kurz davor zu sein, die Bombe platzen zu lassen und beendete seinen Auftritt mit den Worten: "Schaut meinen Sender!"
Das war wohl eher eine Art Selbstsprengung. Aber die vermutlich authentischste Art, seinen Sender so zu repräsentieren, wie er ist: Inhaltslos!
Ein Geschäftsführer eines Fernsehsenders wollte in besonderer Weise auffallen: Vor seinen eitelsten Freunden kündigte der Eitle an, sein Panel zu sprengen. Er wollte als Enfant Terrible in die Annalen der 25-jährigen Geschichte der Medientage eingehen und für eine Art medialen Terrorakt auf dem Podium sorgen.
Gleich zur Einstiegsfrage sagte er, dass er die Frage doof fände. Wow! Während der Podiumsveranstaltung hielt er sich zurück. Und bei der Abschlussfrage, die irgendwas mit Zukunft und Wünschen zu tun hatte, grinste er breit, machte eine lange Pause und sagte zum Publikum: "Ich finde es toll, wie jetzt alle zu mir gucken und warten, was ich jetzt sage..." Er schien also kurz davor zu sein, die Bombe platzen zu lassen und beendete seinen Auftritt mit den Worten: "Schaut meinen Sender!"
Das war wohl eher eine Art Selbstsprengung. Aber die vermutlich authentischste Art, seinen Sender so zu repräsentieren, wie er ist: Inhaltslos!
Sonntag, 16. Oktober 2011
Alte Gags zu verkaufen
Wollten Sie schon immer mal wieder alte Gags hören? Vergilbte Kalauer, olle Witze? Der Radiosender SWR3 hat damit geworben, an diesem Wochenende wieder alte Gags zu spielen. Alte Gags, die Sie längst wieder hören wollen. Geworben? Gedroht! Gewalttätigt!
Alte Gags im Radio zu spielen ist mutig. Oder billig. Oder fahrlässig. Im Prinzip ist es doch so, als würde eine Zeitung alte Nachrichten abdrucken. Oder als würde ein Fernsehsender alte Wetterberichte zeigen. Die wären in diesem Sommer sicher beliebt gewesen. Auch Radiosender könnten der Gesellschaft Gutes tun. Aber nicht mit alten Gags, sondern mit alten Verkehrsmeldungen. Zum Beispiel die vom Sonntag am Montag bringen. Oh je, das klingt nach altem Gag...
Alte Gags im Radio zu spielen ist mutig. Oder billig. Oder fahrlässig. Im Prinzip ist es doch so, als würde eine Zeitung alte Nachrichten abdrucken. Oder als würde ein Fernsehsender alte Wetterberichte zeigen. Die wären in diesem Sommer sicher beliebt gewesen. Auch Radiosender könnten der Gesellschaft Gutes tun. Aber nicht mit alten Gags, sondern mit alten Verkehrsmeldungen. Zum Beispiel die vom Sonntag am Montag bringen. Oh je, das klingt nach altem Gag...
Freitag, 7. Oktober 2011
Danke, Steve, gute Ausbeute!
Die große, weltweite Erschütterung, gestern. Nein, nicht weil Sarah Palin nun doch nicht als potenzielle US-Präsidentin gegen Obama antreten will. Mehr Trauer erzeugte dann doch der Tod von Steve Jobs, dem i-Gott.
Für was wir ihm, dem i-nfach-Macher, dem i-nmalig genialen Menschen zu danken haben, steht in aller Breite auf Foren und in der Presse. Klare Sache, i-pod, -pad, -phone machen Spaß, haben unerreichtes Design, sind ein Paradebeispiel für Hyper-Marketing, sind Fortschritt pur und beeinflussen tatsächlich das Leben in unserer modernen Gesellschaft. Danke, Steve!
So sülzen Politiker und Wirtschaftsbosse in aller Welt Trauerworte zum Tode von Steve, dem echten Daniel Düsentrieb. Das digitale Orientierungsmagazin Wired verfällt auf der Homepage in schwarze Trauer, selbst Feind Samsung und Software-Papst Bill Gates melden sich mit respektierenden Huldigungen, wie wuv.de zeigt. Danke, Steve!
Kein „Danke“ kam aber aus China, genauer gesagt, aus den Fabriken, in denen laut Berichten Minderjährige an der Produktion von i-Geräten arbeiten, ohne Einhaltung von Mindestlohn, bei oft über 60 Stunden Wochenarbeitszeit. Natürlich ist es für manche Mitarbeiter, die in einem chinesischen Werk das i-phone herstellen sollen, nicht leicht, „Danke“ zu sagen, sprangen in diesem Jahr wohl schon mindestens zehn Mitarbeiter lieber in den Tod, als unter den offensichtlich dramatischen Bedingungen ein i-phone zu produzieren. Auch sollen mehrere Dutzend Mitarbeiter so stark kontaminiert sein, dass sie das Alter von 56 Jahren wohl kaum erreichen werden.
In China ist man von einem Euro Stundenlohn noch weit entfernt, was für eine fette Beute. Für wen auch immer. Von wegen Ausbeutung? Dafür sind i-pad & Co ja hierzulande auch so billig. Danke, Steve!
Der Visionär Steve Jobs, der selbst einmal Armut erlebt hatte, der selbst einmal den Müll nach Pfandflaschen durchkämmte, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, äußerte sich erst jüngst zu den Arbeitsbedingungen im südchinesischen Shenzhen, als er von den vielen Selbstmorden erfuhr. Er würde die Bedingungen überprüfen, hieß es. Er verwies aber darauf, dass selbst die USA eine höhere Suizidrate hätten. Danke, Steve!
Laut diversen Internetforen habe Apple angekündigt, sich von derartigen Zulieferfirmen zu trennen. Bislang scheint es bei der Absicht geblieben zu sein.
Immerhin haben die Zulieferfirmen, die natürlich auch für andere Computerfirmen arbeiten, selbst gehandelt: Im südchinesischen Shenzhen wurden unter den Fenstern einer Computerfabrik Netze aufgespannt. Sie sollen Herabstürzende auffangen. Ein Netz für die Ausgebeuteten. Quasi ein Social Net. Danke, Steve!
Samstag, 1. Oktober 2011
Bildsprachlosigkeit
Die Bebilderung von journalistischen Ergüssen ist für Blattmacher oft eine große Herausforderung. Gerade in der Werbefachpresse. Wie wollen Sie Themen wie Mediaplanung abbilden? Oder Trading? Oder Realtime Bidding? Oder auch nur Quoten?
Aber auch Tageszeitungen und Zeitschriften haben es nicht immer einfach. Zum Beispiel, wenn es um die visuelle Umsetzung des Themas "Private Vorsorge" geht. Einfach Geld, Gold und Immobilien zeigen? Wie langweilig.
Die Bildunterschriften lasse ich weitgehend unkommentiert - wie gesagt, es geht um "Private Vorsorge".
Beispiel 1: "Jung und schön - das sind alle Teilnehmer beim ukrainischen Friseur-Wettbewerb. Doch was, wenn diese Güter schwinden? Nur frühe Vorsorge hilft."
Beispiel 2: "Kurz oder lang - die Meinung gehen da auseinander. Auch die Resonanz auf staatliche Förderprogramme ist unterschiedlich." Da gehEN Meinungen wirklich auseinander.
Beispiel 3: "Hochhinaus - eine solche Turmfrisur ist ein Hingucker, aber nicht alltagstauglich. Ähnliches gilt für eine vernünftige Immobilienanlage."
Beispiel 4: "Gel und Glitzer: Manche Effekte halten nicht ewig. Auch der Goldanteil im Depot muss immer wieder überprüft werden."
Als Blattmacher lerne ich, dass man ukrainische Frisuren zu allen Themen abbilden kann, also auch zu Mediaplanung, Trading und Quoten.
Als Leser lerne ich daraus, dass die beste Altersvorsorge ukrainische Models sind. Aber Vorsicht: Nur frühe Vorsorge hilft.
Aber auch Tageszeitungen und Zeitschriften haben es nicht immer einfach. Zum Beispiel, wenn es um die visuelle Umsetzung des Themas "Private Vorsorge" geht. Einfach Geld, Gold und Immobilien zeigen? Wie langweilig.
Eine durchaus überraschende Inszenierung boten die lieben Kollegen der Süddeutschen Zeitung. Zu Themen wie "Vollmachten bei Demenz oder im Todesfall", "zusätzliche Altersvorsorge" oder "Absicherung von Pflegeversicherung" zeigten Deutschlands beste Zeitungsmacher etwas, was garantiert noch nie zu diesen redaktionellen Inhalten abgebildet wurde: Ukrainische Topmodels.
Die Bildunterschriften lasse ich weitgehend unkommentiert - wie gesagt, es geht um "Private Vorsorge".
Beispiel 1: "Jung und schön - das sind alle Teilnehmer beim ukrainischen Friseur-Wettbewerb. Doch was, wenn diese Güter schwinden? Nur frühe Vorsorge hilft."
Beispiel 2: "Kurz oder lang - die Meinung gehen da auseinander. Auch die Resonanz auf staatliche Förderprogramme ist unterschiedlich." Da gehEN Meinungen wirklich auseinander.
Beispiel 3: "Hochhinaus - eine solche Turmfrisur ist ein Hingucker, aber nicht alltagstauglich. Ähnliches gilt für eine vernünftige Immobilienanlage."
Beispiel 4: "Gel und Glitzer: Manche Effekte halten nicht ewig. Auch der Goldanteil im Depot muss immer wieder überprüft werden."
Als Blattmacher lerne ich, dass man ukrainische Frisuren zu allen Themen abbilden kann, also auch zu Mediaplanung, Trading und Quoten.
Als Leser lerne ich daraus, dass die beste Altersvorsorge ukrainische Models sind. Aber Vorsicht: Nur frühe Vorsorge hilft.
Montag, 26. September 2011
Unfreiwillige Wortkombination
Mit der Platzierung von Anzeigen können durchaus merkwürdige Konstellationen passieren. Etwa durch das - aus Werbersicht - redaktionelle Umfeld von Anzeigen. Wenn also zum Beispiel neben einer Störungsmeldung eines Atomkraftwerkes ein Energiekonzern mit "Vertrauen" wirbt.
Doch auch bei Kleinanzeigen, etwa von Immobilienmaklern, kann es zur unfreiwilligen Komik kommen. So diese Woche im Winnender Wochenblatt. Da wirbt die Firma Licker Immobilien neben dem Unternehmen Class Hausbau. Das an sich klingt nicht komisch.
Komisch wird es erst, wenn man die Anzeigen sieht, so wie sie platziert sind, also nebeneinander: Man lese ab dem ganz großen A: "ASS" neben "Licker". Ja, das steht da, schwarz auf weiß - oder vielmehr weiß auf schwarz in schwarzem Balken. Honi soit qui male y pense...
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| Werbung für Ass-Licker? |
Komisch wird es erst, wenn man die Anzeigen sieht, so wie sie platziert sind, also nebeneinander: Man lese ab dem ganz großen A: "ASS" neben "Licker". Ja, das steht da, schwarz auf weiß - oder vielmehr weiß auf schwarz in schwarzem Balken. Honi soit qui male y pense...
Samstag, 17. September 2011
Offen für alle Welt
Der Italiener an der Ecke, hat der eigentlich geöffnet, heute? Und der Fensterbauer, wann schließt der denn, damit wir unsere kaputte Scheibe mal reparieren lassen können? Dank Internet ist es ja kein Problem mehr, das zu recherchieren, Click - Click, schon weiß man, wann alle Welt geöffnet hat.
Leider sind aber nicht alle Kleinunternehmer, Gastronomen, Handwerksbetriebe offen für alle Welt. Immer noch haben selbst etablierte Firmen keine Homepage. Und wenn, dann nutzen sie das Internet einfach nicht richtig, um über ihr Tun, ihr Dasein und ihre Öffnungszeiten zu informieren.
Der Italiener, immerhin, hat eine Homepage. Statt Fotos von seine Räumlichkeiten zu zeigen, sind dort nur Fotos von einer uralten Frau in einem uralten italienischen Dorf zu sehen. Und unter Öffnungszeiten heißt es: "Dienstag geschlossen".
Auch der Fensterbauer hat eine simple Homepage. Hier heißt es unter Öffnungszeiten wörtlich: "Keine Öffnungszeiten vorhanden."
Leider sind aber nicht alle Kleinunternehmer, Gastronomen, Handwerksbetriebe offen für alle Welt. Immer noch haben selbst etablierte Firmen keine Homepage. Und wenn, dann nutzen sie das Internet einfach nicht richtig, um über ihr Tun, ihr Dasein und ihre Öffnungszeiten zu informieren.
Der Italiener, immerhin, hat eine Homepage. Statt Fotos von seine Räumlichkeiten zu zeigen, sind dort nur Fotos von einer uralten Frau in einem uralten italienischen Dorf zu sehen. Und unter Öffnungszeiten heißt es: "Dienstag geschlossen".
Auch der Fensterbauer hat eine simple Homepage. Hier heißt es unter Öffnungszeiten wörtlich: "Keine Öffnungszeiten vorhanden."
Sonntag, 11. September 2011
Szenen zum 11. September
Man könnte es als spannend interpretieren, was man sieht, wenn man zum zehnten Jahrestag des 11. September in eine Fernsehzeitschrift schaut. Der Tatort in der ARD, Rosamunde Pilcher im ZDF zur Primetime, ok. Männersache auf RTL mit Mario Barth, soso. Transformers auf ProSieben und die Vulkan-Apokalypse auf RTL II.
Nein, das kann man nicht verurteilen. Das Urteil über all die Formate kann eh nur eine fällen, meine TV Movie: "Anklagendes Finale voller Dramatik" wird der Tatort beurteilt, mit den Worten "gigantisch gutes Trickfeuerwerk" der Film Transformers, "gnadenloser Humor" wird Mario Barth unterstellt.
Natürlich bieten die Sender auch jede Menge Filmmaterial und Interpretationen zum Terroranschlag. Das TV Movie-Urteil zu "9/11 - Die letzten Minuten im World Trade Center" auf RTL ist kurz und knapp ausgefallen. Dafür aber mit der bestmöglichen Bewertung, die TV Movie zu bieten hat. Es heißt hier aber nicht "klasse", "clever" oder "stark" wie bei den Filmen drumherum, sondern, höchstes Lob: "Grauenhafte Szenen".
Nein, das kann man nicht verurteilen. Das Urteil über all die Formate kann eh nur eine fällen, meine TV Movie: "Anklagendes Finale voller Dramatik" wird der Tatort beurteilt, mit den Worten "gigantisch gutes Trickfeuerwerk" der Film Transformers, "gnadenloser Humor" wird Mario Barth unterstellt.
Natürlich bieten die Sender auch jede Menge Filmmaterial und Interpretationen zum Terroranschlag. Das TV Movie-Urteil zu "9/11 - Die letzten Minuten im World Trade Center" auf RTL ist kurz und knapp ausgefallen. Dafür aber mit der bestmöglichen Bewertung, die TV Movie zu bieten hat. Es heißt hier aber nicht "klasse", "clever" oder "stark" wie bei den Filmen drumherum, sondern, höchstes Lob: "Grauenhafte Szenen".
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