Ich weiß auch nicht, wieso ich mir das antue. Wie oft habe ich mir geschworen: Nie wieder Ikea. Und wenn ich diesen Schwur brechen sollte, dann wenigstens nie mehr samstags hinter diese schwedischen Gardinen.
Gut, ich war also wieder bei Ikea, am vergangenen Samstag. Diesmal war ich aber nicht dort, um etwas zu kaufen. Das habe ich zwar die letzten Male auch gedacht, wenn ich wieder an der Kasse anstand, um dann für das absolute Nichts 300 Euro abzudrücken. Für unnütze Dosenöffner, die abbrechen, für Knoblauchpressen, die rosten, für Servietten, ja, die taugen was. Heißt also: 300 Euro für Servietten.
Egal, darum geht es hier ja gar nicht. Jedenfalls war ich am Samstag bei Ikea, um einen dieser Impulsfehlkäufe aus meiner dunklen Vergangenheit zurückzugeben. Seit Monaten horte ich diese Dinger im originalverpackten Zustand. Da hatte Ikea mal so neckische Wandverkleidungsideen für Küchen. Bunt, silbern oder auch milchglasig. Ich versuchte einst, diese Platten daheim anzupassen, zersägte sie, dass alles nur so splitterte. Dann klebte ich das Zeugs an Wände - doch alles wurde schief, verbog sich und fiel binnen weniger Tage herunter. Ich war einmal mehr ziemlich sauer auf die schlechte Qualität von Ikea-Inspirationen. Also wollte ich wenigstens das unverbaute Material zurückgeben.
Beim freundlichen Service stellte sich heraus, dass ich gar keinen Kassenbon mehr hatte. "Ist mir egal", sagte ich, "dann verkauft das Zeug, ich will es nicht mehr." Es ging immerhin um einen Wert von gut 100 Euro. Der freundliche Ikea-Service war aber lieb und wollte alles zurücknehmen. Auch ohne Bon.
Dann stellte sich heraus, dass Ikea diese Ware nicht mehr führt. Seit Jahren. "Weil die Qualität nicht gestimmt hat", wurde ich belehrt. Und für Dinge, die Ikea nicht verkauft, gibt es kein Geld zurück. Garantiert nicht.
jok-blog
Jochen Kalka: Sonderbares über Menschen, Marken und Medien
Dienstag, 22. Mai 2012
Samstag, 5. Mai 2012
Versteckte Köpfe bei Borussia Dortmund und vor Schloss Bellevue
Dahinter steckt immer ein kluger Kopf, klar, kennt jeder, die Kampagne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Läuft ja auch schon seit Jahrzehnten. Doch dass sich in den Werbemotiven kreative Köpfe verstecken, das weiß wohl kaum jemand. Doch dazu gleich.
Bereits seit 1995 haben die Kreativen von der Werbeagentur Scholz & Friends rund 80 prominente Köpfe verwurstelt, von Alt-Kanzler Helmut Kohl auf dem Riesentanker bis hin zum Ex-Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, inmitten von Peanuts-Bergen. Zu sehen waren die Promis meist nicht so richtig. Lediglich ihre Hände sah man, wie sie eine FAZ krallten. Die Kampagne gilt als die am häufigsten prämierte Werbekampagne Deutschlands.
Was aber hat es mit den versteckten Köpfen auf sich? Da gibt es - ganz aktuell - die Kampagne mit dem Fußballtrainer Jürgen Klopp, der inmitten der Südkurve im Stadion von Borussia Dortmund steht. Und unter den vielen Borussen-Fans kann man Kreative der Agentur entdecken: ganz links oben, als Buchstabenhalter.
Viel aufregender aber ist ein Prominenter, der zwischen Bundespräsident Joachim Gauck (damals noch: "Bürger") und Schloss Bellevue picknickt, links, hinter dem Weg: Dort ist Sebastian Turner zu erkennen, ja, der Oberbürgermeister-Kandidat von Stuttgart. Freilich war er einst Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender und bis 2011 Partner von Scholz & Friends. Auch gilt er als derjenige, der die Ur-FAZ-Kampagne in dieser Form wiederbelebt hat.
Bei dieser Kampagne gilt eben tatsächlich: Dahinter steckt immer ein kreativer Kopf.
Bereits seit 1995 haben die Kreativen von der Werbeagentur Scholz & Friends rund 80 prominente Köpfe verwurstelt, von Alt-Kanzler Helmut Kohl auf dem Riesentanker bis hin zum Ex-Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, inmitten von Peanuts-Bergen. Zu sehen waren die Promis meist nicht so richtig. Lediglich ihre Hände sah man, wie sie eine FAZ krallten. Die Kampagne gilt als die am häufigsten prämierte Werbekampagne Deutschlands.
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| Kreative Köpfe entdeckt: links oben bei den Buchstaben! |
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| Sebastian Turner, Bürger(meisterkandidat) |
Viel aufregender aber ist ein Prominenter, der zwischen Bundespräsident Joachim Gauck (damals noch: "Bürger") und Schloss Bellevue picknickt, links, hinter dem Weg: Dort ist Sebastian Turner zu erkennen, ja, der Oberbürgermeister-Kandidat von Stuttgart. Freilich war er einst Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender und bis 2011 Partner von Scholz & Friends. Auch gilt er als derjenige, der die Ur-FAZ-Kampagne in dieser Form wiederbelebt hat.
Bei dieser Kampagne gilt eben tatsächlich: Dahinter steckt immer ein kreativer Kopf.
Mittwoch, 25. April 2012
Vettel weiß, worauf es ankommt
Gewaltsam prallen Sport und Politik zusammen. Gestern in Peking bei den Olympischen Spielen, heute in Bahrein bei der Formel 1, morgen in der Ukraine bei der Fußball-Europameisterschaft. Was wird in den Medien darüber diskutiert, philosophiert, eruiert: Wie politisch ist Sport? Wie sportlich darf eine Politik der Folter sein?
In Bahrein, da zeigte Vorbild Vettel, der Red Bull-Basti, wie ein Profi mit derartigen Problemen umgeht. Er sehnte sich laut Süddeutscher Zeitung danach, "endlich in sein Auto zu steigen und sich mit den Dingen zu befassen, auf die es wirklich ankommt - Reifentemperaturen".
Vettel hat gewonnen. Nun ja, zumindest das Rennen.
In Bahrein, da zeigte Vorbild Vettel, der Red Bull-Basti, wie ein Profi mit derartigen Problemen umgeht. Er sehnte sich laut Süddeutscher Zeitung danach, "endlich in sein Auto zu steigen und sich mit den Dingen zu befassen, auf die es wirklich ankommt - Reifentemperaturen".
Vettel hat gewonnen. Nun ja, zumindest das Rennen.
Sonntag, 22. April 2012
Burda und das Twitter-Drama
Er gilt als ein Mensch, der neuen Dingen gegenüber äußerst aufgeschlossen ist. So investierte der Verleger Hubert Burda schon so früh in Europe Online, als hierzulande kaum noch jemand wusste, wie man „Internet“ überhaupt buchstabiert. Heute lässt er Online-Koryphäen aus aller Welt einfliegen, um bei der Konferenz DLD (Digital Life Design) den Blick noch mehr in die Zukunft richten zu können.
In diesen Tagen jedoch war Burdas Weitblick eingeschränkt, ganz oben, im siebten Stock seines Büros in der Münchner Arabellastraße 23. Zweige hingen an einer Stelle vom Dach herunter. Jede Menge Geäst trübte seinen Blick, das gab es noch nie. Was war das nur? Eine Falle? Ein Wood-Ausbruch? Ein Natur-Ereignis? Das musste schnell geklärt werden. Also schickte der Verleger seine mutigsten Mitarbeiter zur investigativen Recherche aufs Dach – inklusive einem Paparazzo. Und der lieferte den Fotobeweis: Bei Burda hatte sich ein neuer Nachbar eingenistet - mit ordnungsgemäß abgelegten Eiern.
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| Eier-Attacke im 7. Stock. Foto: Burda INSIDE |
Die Intranet-Hauspostille „Burda INSIDE“ informierte augenblicklich – augenzwinkernd - ihre Mitarbeiter über den fast schon hitchcockartigen Vogel-Angriff auf den Verleger und versprach, die Kollegen auf dem Laufenden zu halten. So konnte wenig später via Intranet weltexklusiv verkündet werden, dass die drei prominenten Babies geschlüpft waren. Burda INSIDE bekam gar heraus, wer die Eltern waren: „Laut übereinstimmender Augenzeugenberichte von Beobachtern und der Analyse einer Expertin handelt es sich bei den Burda-Birds um Krähen.“
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| Echt-Twitter bei Burda. Foto: Burda INSIDE |
Für Digital-Trends-Friend Burda muss es ein völlig neuartiges Erlebnis sein, was ihm da von den Dächern her gezwitschert wird: Twitter in seiner reinsten Urform.
Sonntag, 15. April 2012
Bunter Stoff macht Medien-Karriere
Mal geht es um kriminelle Machenschaften bei einem Medienhaus, mal um eine Top-Personalie im Marketing, mal, wie in der morgigen Ausgabe, um Spekulationen zu Verkaufsgerüchten eines ganzen Verlages: Mit unserer Zeitschrift "Kontakter" sind wir wohl immer deutlich mutiger als andere Mediendienste. Entsprechend beschäftigt ist unser Justiziar, der stets dafür sorgt, dass der "Kontakter" auch juristisch Recht behält.
Doch zuweilen ist bei der Leserschaft des "Kontakters" der Stoff einer persönlichen Randnotiz wichtiger als der heiße Stoff über Medien- und Markenmacher. Jüngst hatten meine lieben Kollegen in einer kleinen "Splitter"-Meldung zum Kontakter-Client-Award etwas in einem Nebensatz thematisiert, was - unverhofft - Wellen schlug: die Farbe meiner Socken. Kritik von Kopf bis Fuß - nach dem jüngsten Brillen-Bashing "Was gesagt werden muss".
Der Senior Account Manager einer honorigen Agentur aus Köln hatte es aber lieb gemeint. Er freute sich in einem persönlichen Schreiben, dass ich meine "pinken Strümpfe habe blitzen lassen - Bravo!" Und er lud mich dazu ein, doch mal ein Foto auf seinem Socken-Blog hochzuladen, zu finden unter www.usock.tumblr.com.
Nicht genug der medialen Karriere meiner farbfrohen Fußkleider: Als ich die jetzige Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung aufschlug, Seite 12, las ich zu meiner Überraschung unter der Rubrik "Mitten in... München" eine Socken-Episode, die mir tatsächlich jüngst im Aufzug des Süddeutschen Verlags passiert ist. Darin berichtet die SZ-Autorin, wie ich in einer gemeinsamen Aufzugfahrt auf ihre lila Ballerinas starre und sage, während ich mein Anzughosenbein nach oben ziehe: "Ich habe die passenden Strümpfe zu Ihren Schuhen an."
Bei dem "scheinbar normalen Anzugträger", die Beschreibung gilt mir, "grau in grau, vom Schlips bis zum Schuhwerk..." immerhin ein "Wow"-Effekt. Vielleicht sollte ich meinen Blog in Sock-Blog umbenennen?
Mittwoch, 4. April 2012
Was wirklich gesagt werden muss!
Leserbriefe in Papierform, im Umschlag verschickt, mit Briefmarke versehen, kommen nur noch selten in der Redaktion an. Meist sind es Mails, ungefilterte Reaktionen auf Facebook oder Einschreiben vom Anwalt, die eine Redaktion erreichen.
Umso erstaunter war ich, als ich neulich einen echten Brief von einem echten W&V-Leser erhielt. Er hatte ein wichtiges Thema, das vielleicht Relevanteste der Branche überhaupt. Es ging nicht um Israel, Burda, WAZ, Trading oder unbezahlte Pitches. Es ging um mich persönlich. Wörtlich begann der Brief mit den Worten:
"Als Frontmann im Editorial geben Sie W&V mit Ihrer ganzen Persönlichkeit das Gesicht. Um den Relaunch zu unterstreichen, tragen Sie sogar eine neue Brille."
So etwas merken Leser. Wow! Der Brief geht aber noch weiter. So heißt es etwas später: "Richtig ist - und das wird immer wieder unterschätzt - nur Brillenträger können ihre Imagewirkung verstärken oder schwächen."
Jetzt kommt's. Das heißt, fünf Zeilen später kommt's: "Durch Tragen einer Brille, die besser zu Ihrer Persönlichkeit passt, könnten Sie Gewicht und Resonanz Ihrer Person für W&V deutlich verbessern. Ein gemeinsamer Besuch beim Optiker Ihres oder meines Vertrauens wird Ihnen zeigen, welches (...) Modell Sie garantiert Ihrer jetzigen Brille vorziehen würden."
Ganz ehrlich, dieser Leser wusste - besser als Günter Grass - was gesagt werden muss!
Umso erstaunter war ich, als ich neulich einen echten Brief von einem echten W&V-Leser erhielt. Er hatte ein wichtiges Thema, das vielleicht Relevanteste der Branche überhaupt. Es ging nicht um Israel, Burda, WAZ, Trading oder unbezahlte Pitches. Es ging um mich persönlich. Wörtlich begann der Brief mit den Worten:
"Als Frontmann im Editorial geben Sie W&V mit Ihrer ganzen Persönlichkeit das Gesicht. Um den Relaunch zu unterstreichen, tragen Sie sogar eine neue Brille."
So etwas merken Leser. Wow! Der Brief geht aber noch weiter. So heißt es etwas später: "Richtig ist - und das wird immer wieder unterschätzt - nur Brillenträger können ihre Imagewirkung verstärken oder schwächen."
Jetzt kommt's. Das heißt, fünf Zeilen später kommt's: "Durch Tragen einer Brille, die besser zu Ihrer Persönlichkeit passt, könnten Sie Gewicht und Resonanz Ihrer Person für W&V deutlich verbessern. Ein gemeinsamer Besuch beim Optiker Ihres oder meines Vertrauens wird Ihnen zeigen, welches (...) Modell Sie garantiert Ihrer jetzigen Brille vorziehen würden."
Ganz ehrlich, dieser Leser wusste - besser als Günter Grass - was gesagt werden muss!
Mittwoch, 28. März 2012
Online, vorübergehend krank
Es gibt Verlagshäuser, die drucken nur so vor sich hin.
Es gibt Verlagshäuser, die haben Angst vor Druck von modernen Medien und schimpfen.
Es gibt Verlagshäuser, die geben sich auf und verkaufen - erst Anzeigen, dann Redaktion, dann sich selbst.
Es gibt Verlagshäuser, die sehen Online als Chance, investieren in professionelle Internetauftritte, beteiligen sich an weiteren Online-Formaten - oder kaufen sie gleich auf.
Und es gibt Verlagshäuser, ganz im Ernst, die sehen Online als "vorübergehende Krankheit, die bald wieder verheilt". Um dann wieder vor sich hin zu drucken. Das erzählte mir der Chef eines Verbandes im Verlagsbereich über seine Mitglieder. Erwachsene Verlagschefs. Heute. Im Jahr 2012.
Es gibt Verlagshäuser, die haben Angst vor Druck von modernen Medien und schimpfen.
Es gibt Verlagshäuser, die geben sich auf und verkaufen - erst Anzeigen, dann Redaktion, dann sich selbst.
Es gibt Verlagshäuser, die sehen Online als Chance, investieren in professionelle Internetauftritte, beteiligen sich an weiteren Online-Formaten - oder kaufen sie gleich auf.
Und es gibt Verlagshäuser, ganz im Ernst, die sehen Online als "vorübergehende Krankheit, die bald wieder verheilt". Um dann wieder vor sich hin zu drucken. Das erzählte mir der Chef eines Verbandes im Verlagsbereich über seine Mitglieder. Erwachsene Verlagschefs. Heute. Im Jahr 2012.
Sonntag, 18. März 2012
Bild war dabei!
Der Axel-Springer-Verlag bringt nicht nur "Bild" heraus, er fördert auch gerne Mal Bilder von Künstlern. Dabei engagiert er sich nicht nur bei offiziellen Ausstellungen, sondern bietet Mitarbeitern an, Bilder aus einem gigantischen hausinternen Fundus herauszusuchen, um sie im Büro aufzuhängen.
Eine Führungskraft erfuhr davon, nachdem sie an einer Bürowand etwas Selbstgemaltes aufgehängt hatte. Es soll mehr oder weniger aus Streifen bestehen, das Eigenwerk, nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Als diese Mitarbeiterin im Springer-Fundus stöberte, fand sie ein passendes Pendant. Auch mit Streifen. Das gefiel ihr, sie durfte es mit in ihr Büro nehmen.
Nun hängt dieses Streifending, ein echter handsignierter Beuys, gegenüber von ihrem echten handsignierten Ich. Sie kann nun behaupten, sie habe gemeinsam mit Beuys ausgestellt. In Berlin. Ihr: Bild war dabei!
Eine Führungskraft erfuhr davon, nachdem sie an einer Bürowand etwas Selbstgemaltes aufgehängt hatte. Es soll mehr oder weniger aus Streifen bestehen, das Eigenwerk, nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Als diese Mitarbeiterin im Springer-Fundus stöberte, fand sie ein passendes Pendant. Auch mit Streifen. Das gefiel ihr, sie durfte es mit in ihr Büro nehmen.
Nun hängt dieses Streifending, ein echter handsignierter Beuys, gegenüber von ihrem echten handsignierten Ich. Sie kann nun behaupten, sie habe gemeinsam mit Beuys ausgestellt. In Berlin. Ihr: Bild war dabei!
Samstag, 17. März 2012
Dank i-Pad: Zeit los
Ein nicht unbekannter Medienmanager hat seit Jahren die Wochenzeitung "Zeit" im Abo. Trotz akuten Zeitmangels nimmt er sich gerne Zeit für die meist anspruchsvollen Inhalte.
Nun ist es aber so, dass dieser Manager viel unterwegs ist. Um seine "Zeit" aber stets aktuell bei sich zu haben, wollte er Gebrauch von dem Angebot machen, die i-Pad-Variante der "Zeit" zu ordern. Also nahm er mit dem Vertrieb Kontakt auf. Dort freute man sich, die i-Pad-Version mit anbieten zu können.
"Ich will aber nur die i-Pad-Ausgabe", muss der Medienmanager gesagt haben.
"Die gibt es aber nur in Verbindung mit den gedruckten Exemplaren", müssen die Hamburger entgegnet haben.
"Sie können sich die Kosten für Papier, Druck und Versand sparen, mir reicht die Zeit auf dem Tablet..."
Dieses - aus Verlagssicht - preisgünstigste Angebot bekam der Zeit-Verlag anscheinend nicht hin. Darauf kündigte der langjährige "Zeit"-Abonnent und will sich nur noch im App-Shop von Apple die Ausgaben laden, die er spannend findet. Außer Apple gibt es hier nur Verlierer. Eine Frage bleibt aber noch offen: Bietet der Medienmanager in seinem eigenen Verlag das reine i-Pad-Abo an?
Nun ist es aber so, dass dieser Manager viel unterwegs ist. Um seine "Zeit" aber stets aktuell bei sich zu haben, wollte er Gebrauch von dem Angebot machen, die i-Pad-Variante der "Zeit" zu ordern. Also nahm er mit dem Vertrieb Kontakt auf. Dort freute man sich, die i-Pad-Version mit anbieten zu können.
"Ich will aber nur die i-Pad-Ausgabe", muss der Medienmanager gesagt haben.
"Die gibt es aber nur in Verbindung mit den gedruckten Exemplaren", müssen die Hamburger entgegnet haben.
"Sie können sich die Kosten für Papier, Druck und Versand sparen, mir reicht die Zeit auf dem Tablet..."
Dieses - aus Verlagssicht - preisgünstigste Angebot bekam der Zeit-Verlag anscheinend nicht hin. Darauf kündigte der langjährige "Zeit"-Abonnent und will sich nur noch im App-Shop von Apple die Ausgaben laden, die er spannend findet. Außer Apple gibt es hier nur Verlierer. Eine Frage bleibt aber noch offen: Bietet der Medienmanager in seinem eigenen Verlag das reine i-Pad-Abo an?
Montag, 12. März 2012
Sale away!
Online-Shopping wird dank modernster Techniken immer einfacher. Da wird die persönliche Beratung eines Fachgeschäfts obsolet. Klar doch. Braucht man nicht, das Personal um einen herum. Stört doch nur, bequatscht einen, während man sich durchprobiert, durch Klamotten oder Schuhe.
Der smarte Online-Shopper bestellt sich seine Ware eh jeweils in drei Größen und fünf Farben – entsprechend liegt die Retour-Quote laut W&V bei einigen virtuellen Handelshäusern bereits bei 70 Prozent.
Mag sein, dass sich manch Händler aus genau diesem Grund dazu entschlossen hat, den Online-Shopper zu verwirren. Gibt man bei einem großen Schuhfilialisten auf dessen Site den Suchbegriff “Sale” ein, dann fragt das Portal freundlich: “Meinten Sie Salz, Süß oder Halt?” Natürlich schreit die Beantwortung dieser Frage nach HALT. STOPP. AUFHÖREN…
Montag, 5. März 2012
Das Provinz-Outing
Es ist vom Aussterben bedroht. Kaum ein Straßencafé traut sich noch, es auf seine Karte zu schreiben: das Kännchen Kaffee. Heute kommt der Sprach-Sound bei einer Kaffeebestellung dem Anfängerkurs Italienisch gleich: Cafää Makkiatooo. Am besten gar ein Doppio. Und zwei Caffää Espressi enden freilich mit iii, man ist ja Kosmopolit, gebildet, weit gereist und sprachbegabt.
Völlig anders sieht die Welt aus, wenn man – wie ich – ein Kännchen Kaffee bestellt. Da scheint das ganze Café schlagartig zu verstummen, Fremdschämen ist angesagt, es ist ein Provinz-Outing. Dabei ist es doch noch gar nicht so lange her, als es von der Bedienung mit scharfer Stimme stets hieß: “Draußen nur Kännchen”.
Als ich einst bedient habe, in einem italienischen Eiscafé in Stuttgart, da gab es draußen auch nur Kännchen. Der Espresso dagegen wurde nur drinnen serviert, denn der Padrone hätte es nie zugelassen, dass Gusto, Aroma und Temperature seines echt italienischen Caffè leiden würden. Raus in die deutsche Kälte durfte nur das deutsche Kännchen. Kein Wunder ist es jetzt vom Aussterben bedroht.
Sonntag, 26. Februar 2012
SEO bei Google: Die Tricks der Spezialisten
Zauberer und Hexen, Glaskugelgucker und Horoskopiers wussten ihren Job schon immer gut zu machen - ähnlich wie ihre Kollegen von Kirche und Staat. Und von Mediaagenturen. Das ist bis heute so geblieben.
Moderne Kartenleser nennen sich SEO-Optimierer oder Google-Spezialisten. Für teuer Geld bringen sie jegliche Meldung, jegliche Homepage bei jeglicher Suche ganz nach Vorne. Prophezeien sie. Der Druck unter all den konkurrierenden Internetanbietern ist groß - und jeder weiß, dass nur der geklickt wird, der vorne liegt. Bei jeder Suche. Also wird wie wild optimiert.
Doch die Zutaten des jeweiligen Zaubertranks sind völlig verschieden. Die meist gegoogelten Worte sollten in die Headline, heißt es, möglichst viele Suchworte nach Vorne packen, alles unter die ersten zehn Worte, auf keinenFall feuilletonistisch schreiben, das werde nie gegoogelt und so weiter.
Als ich mal einem Zauberer von SEO diesen Blog zeigte, war er entsetzt, dass hier nichts optimiert sei. Zum Beweise googelten wir eifrig Worte zu Themen, die dieser Blog mal aufgriff, wie Ergo, Salz und Koks. Jok-Blog lag stets weiter vorne als der optimierte Blog. Ohne jegliches SEO. Vermutlich, weil eines optimal gegoogelt wird: Schwachsinn. Aber pssst! Das ist mein Erfolgsrezept.
Moderne Kartenleser nennen sich SEO-Optimierer oder Google-Spezialisten. Für teuer Geld bringen sie jegliche Meldung, jegliche Homepage bei jeglicher Suche ganz nach Vorne. Prophezeien sie. Der Druck unter all den konkurrierenden Internetanbietern ist groß - und jeder weiß, dass nur der geklickt wird, der vorne liegt. Bei jeder Suche. Also wird wie wild optimiert.
Doch die Zutaten des jeweiligen Zaubertranks sind völlig verschieden. Die meist gegoogelten Worte sollten in die Headline, heißt es, möglichst viele Suchworte nach Vorne packen, alles unter die ersten zehn Worte, auf keinenFall feuilletonistisch schreiben, das werde nie gegoogelt und so weiter.
Als ich mal einem Zauberer von SEO diesen Blog zeigte, war er entsetzt, dass hier nichts optimiert sei. Zum Beweise googelten wir eifrig Worte zu Themen, die dieser Blog mal aufgriff, wie Ergo, Salz und Koks. Jok-Blog lag stets weiter vorne als der optimierte Blog. Ohne jegliches SEO. Vermutlich, weil eines optimal gegoogelt wird: Schwachsinn. Aber pssst! Das ist mein Erfolgsrezept.
Sonntag, 19. Februar 2012
Simyo: Die Lüge mit dem Kostenstopp?
"Mit dem Kostenstopp von Simyo zahlen Sie nie mehr als 39 Euro / Monat", heißt das Werbeversprechen. Doch das scheint eine Lüge zu sein. jok-blog hat den Test gemacht.
"Sie zahlen nur, was Sie verbrauchen!", verspricht der Billigtelefontarifanbieter, was an sich nicht gerade vertrauenserweckend klingt. Zahlt man bei anderen Anbietern etwa mehr, als man verbraucht? Was sagen die Kollegen von Telekom, O2 und Vodafone dazu? Simyo jedenfalls scheint es ernst zu meinen mit dem Ver-Sprechen und gilt wohl auch als Erfinder des Kostenstopps. Nie mehr als 39 Euro im Monat zahlen? Egal wie viel telefoniert, gesimst, gesurft wird? "Die Pille fürs Handy - endlich sorgenfrei Monat für Monat", haben sich die kreativen Werbetexter dafür ausgedacht. Klingt beruhigend.
"Weil einfach einfach einfach ist", so der Werbe-Claim von Simyo, wird es jetzt kompliziert: Rechnerisch liegt der Kostenstopp nämlich gar nicht bei 39, sondern bei 78 Euro, wenn jok-blog recht gerechnet hat. Ohne Sondertarife und sonstige ganz illegale Steuertricks. Na ja, ein Trick ist es schon, von Simyo, so scheint es.
Denn: Der Kostenstopp von Simyo gilt nicht während eines Abrechnungszeitraums, also zum Beispiel vom 1. bis zum 30. März. Sondern er gilt beispielsweise vom 15. Februar bis 15. März. Das heißt, wenn der Kunde nach dem 1. März für 39 Euro telefoniert - und nach dem 15. März nochmal für 39 Euro spricht, surft oder simst, dann zahlt er im März insgesamt 78 Euro. Kapiert? Aber mehr zahlt er nicht. Und übers Jahr gerechnet können es tatsächlich nicht mehr als durchschnittlich 39 Euro im Monat sein. Verstanden? Weil einfach einfach einfach ist?
Auf Anfrage von jok-blog, wie das mit dem Kostenstopp denn nun gemeint sei, antwortet der Simyo-Kundendienst sehr zeitnah. Ganz lieb und ganz klar: "Der Kostenstopp-Monat kann unabhängig von dem Abrechnungszeitraum der Postpaid Rechnung sein". Jetzt alles verstanden? Es ist in etwa so: Wäre Simyo eine Pille, so würde sie verhüten - aber wohl nur jedes zweite Mal...
"Sie zahlen nur, was Sie verbrauchen!", verspricht der Billigtelefontarifanbieter, was an sich nicht gerade vertrauenserweckend klingt. Zahlt man bei anderen Anbietern etwa mehr, als man verbraucht? Was sagen die Kollegen von Telekom, O2 und Vodafone dazu? Simyo jedenfalls scheint es ernst zu meinen mit dem Ver-Sprechen und gilt wohl auch als Erfinder des Kostenstopps. Nie mehr als 39 Euro im Monat zahlen? Egal wie viel telefoniert, gesimst, gesurft wird? "Die Pille fürs Handy - endlich sorgenfrei Monat für Monat", haben sich die kreativen Werbetexter dafür ausgedacht. Klingt beruhigend.
"Weil einfach einfach einfach ist", so der Werbe-Claim von Simyo, wird es jetzt kompliziert: Rechnerisch liegt der Kostenstopp nämlich gar nicht bei 39, sondern bei 78 Euro, wenn jok-blog recht gerechnet hat. Ohne Sondertarife und sonstige ganz illegale Steuertricks. Na ja, ein Trick ist es schon, von Simyo, so scheint es.
Denn: Der Kostenstopp von Simyo gilt nicht während eines Abrechnungszeitraums, also zum Beispiel vom 1. bis zum 30. März. Sondern er gilt beispielsweise vom 15. Februar bis 15. März. Das heißt, wenn der Kunde nach dem 1. März für 39 Euro telefoniert - und nach dem 15. März nochmal für 39 Euro spricht, surft oder simst, dann zahlt er im März insgesamt 78 Euro. Kapiert? Aber mehr zahlt er nicht. Und übers Jahr gerechnet können es tatsächlich nicht mehr als durchschnittlich 39 Euro im Monat sein. Verstanden? Weil einfach einfach einfach ist?
Auf Anfrage von jok-blog, wie das mit dem Kostenstopp denn nun gemeint sei, antwortet der Simyo-Kundendienst sehr zeitnah. Ganz lieb und ganz klar: "Der Kostenstopp-Monat kann unabhängig von dem Abrechnungszeitraum der Postpaid Rechnung sein". Jetzt alles verstanden? Es ist in etwa so: Wäre Simyo eine Pille, so würde sie verhüten - aber wohl nur jedes zweite Mal...
Mittwoch, 1. Februar 2012
NASA betreibt endlich Haarforschung
Dass die Wissenschaftler der NASA im vergangenen Jahr zum letzten Mal mit einem Shuttle im Weltraum spielen durften, ist bekannt. Was sie mit den 17 Milliarden Euro Forschungsgeldern heute damit anstellen, wissen nur ausgewählte Fachjournalisten. Und der Jok-Blog: Die NASA hat umdisponiert und investiert jetzt in die Erforschung der Haare. Schluss mit Missionen zu Mond und Mars.
Die renommierte Beauty-Pressestelle von Procter & Gamble (P&G) bestätigt schriftlich: "So wurde beispielsweise ein Mikroskop aus der Weltraumforschung eingesetzt, das die NASA zur Analyse der Mars-Oberfläche verwendet hat". Die P&G-Marke Pantene Pro-V "benutzte es, um ein noch besseres Verständnis der unterschiedlichen Haarfaserstrukturen zu erhalten", so die nasalen Beauty-Autoren.
Die space-igen Wissenschaftler kamen zu verblüffenden Ergebnissen. Diese wollen wir hier wörtlich zitieren: "Dank dieser innovativen Methoden konnten die Forscher drei relevante Haarstrukturen identifizieren - feines Haar, normales bis dickes Haar und coloriertes Haar". Die wissenschaftlich eruierten Unterschiede seien physikalisch oder chemisch.
Das neue Pantene, so die Pressedichter, "mit bahnbrechenden Technologien und Inhaltsstoffen" kommt in diesen Tagen auf den Markt. Es ist doch aber eigentlich nur ein Haarwaschmittel.
Ich will ja keine Haarspalterei betreiben, aber vielleicht ist es doch spannender, die Oberfläche des Marses zu erforschen? Oder seh ich das jetzt zu oberflächlich?
Die renommierte Beauty-Pressestelle von Procter & Gamble (P&G) bestätigt schriftlich: "So wurde beispielsweise ein Mikroskop aus der Weltraumforschung eingesetzt, das die NASA zur Analyse der Mars-Oberfläche verwendet hat". Die P&G-Marke Pantene Pro-V "benutzte es, um ein noch besseres Verständnis der unterschiedlichen Haarfaserstrukturen zu erhalten", so die nasalen Beauty-Autoren.
Die space-igen Wissenschaftler kamen zu verblüffenden Ergebnissen. Diese wollen wir hier wörtlich zitieren: "Dank dieser innovativen Methoden konnten die Forscher drei relevante Haarstrukturen identifizieren - feines Haar, normales bis dickes Haar und coloriertes Haar". Die wissenschaftlich eruierten Unterschiede seien physikalisch oder chemisch.
Das neue Pantene, so die Pressedichter, "mit bahnbrechenden Technologien und Inhaltsstoffen" kommt in diesen Tagen auf den Markt. Es ist doch aber eigentlich nur ein Haarwaschmittel.
Ich will ja keine Haarspalterei betreiben, aber vielleicht ist es doch spannender, die Oberfläche des Marses zu erforschen? Oder seh ich das jetzt zu oberflächlich?
Freitag, 20. Januar 2012
Kaltblütig im E-Auto
Er wollte unbedingt mit einem elektronischen Fahrzeug nach München kommen, zur Verleihung des Gelben Engels. Schließlich ist Reinhard Kolke der Leiter des ADAC Test- und Technikzentrums in Landsberg. Und der Gelbe Engel, den der ADAC vergibt, gilt als einer der wichtigsten Automobilpreise überhaupt, ein Event, zu dem gut und gerne alle großen Autobosse kommen.
Die Strecke zum Veranstaltungsort ist 65 Kilometer lang. Weitgehend Autobahn. Außentemperatur um den Gefrierpunkt, mittelstarker Wind aus West, Rückenwind also, gute Startbedingungen. Um nicht zu viel Energie zu verheizen, wärmte der Technik-Chef den Wagen bereits Stunden vor Start an der Steckdose vor. Dann ging´s ab nach München.
Nun muss man wissen, dass bei Kälte die Reichweite eines E-Cars dramatisch abnimmt. Der ADAC-Techniker weiß so etwas natürlich auch. Und so musste er sich schon nach 30 Kilometern entscheiden: Heizung oder Reichweite. Da Kolke als Laudator der Preiskategorie „Innovation und Umwelt“ unbedingt in München ankommen wollte, entschied er sich gegen die Wärme im Auto. Entsprechend durchgefroren kam er in München an. Mit eiskalten Händen. Um letztlich kein E-Auto als Sieger auszuzeichnen.
Die Rückfahrt konnte er nicht so schnell antreten, dauert das Laden für 15 bis 20 Kilometer Fahrtstrecke rund eine Stunde. Sollte er aufgrund der Kälte und des Gegenwindes dennoch liegen geblieben sein, kein Problem: Kolke ist ja ADAC-Mitglied.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Frauenzimmer
Simone, Gabriele und Andrea sind heute unter den Top Ten der italienischen Vornamen - bei den Jungs. Maria ist inzwischen weit abgeschlagen. Auch unter Medien- und Agenturmanagern in Deutschland kommen diese wunderschön klingenden Vornamen vor. Je bekannter diese Menschen in der Branche sind, desto geringer ist die Irritation, wenn sich bei offiziellen Terminen etwa Simone als ziemlich männlich herausstellt.
Neulich aber lag die Verwunderung eher bei einem Manager, der solch einen scheinbar femininen Namen trägt. Seine Firma machte einen Ausflug in die Berge. Skifahrn. In der Hüttn wurden die Zimmer verteilt. Mehrbettzimmer. Als der ahnungslose Mann seine Ruhestätte aufsuchte, war die Hüttengaudi groß, waren doch rund um sein Bett Frauen mit echten Frauennamen einquartiert worden. Das schmeckte ihm nicht, nennen wir ihn Maria. Und er verließ den Hüttenzauber.
Auf der Alm, da gibt's koi Sünd - aber nur, wenn man den richtigen Vornamen trägt. Oder den scheinbar falschen. Ob das der Grund dafür ist, dass im gebirgigen Tibet so gar nicht zwischen männlichen und weiblichen Namen unterschieden wird? Da ist sogar die Göttin (Lhamo) - je nach Ansicht - männlich.
Neulich aber lag die Verwunderung eher bei einem Manager, der solch einen scheinbar femininen Namen trägt. Seine Firma machte einen Ausflug in die Berge. Skifahrn. In der Hüttn wurden die Zimmer verteilt. Mehrbettzimmer. Als der ahnungslose Mann seine Ruhestätte aufsuchte, war die Hüttengaudi groß, waren doch rund um sein Bett Frauen mit echten Frauennamen einquartiert worden. Das schmeckte ihm nicht, nennen wir ihn Maria. Und er verließ den Hüttenzauber.
Auf der Alm, da gibt's koi Sünd - aber nur, wenn man den richtigen Vornamen trägt. Oder den scheinbar falschen. Ob das der Grund dafür ist, dass im gebirgigen Tibet so gar nicht zwischen männlichen und weiblichen Namen unterschieden wird? Da ist sogar die Göttin (Lhamo) - je nach Ansicht - männlich.
Mittwoch, 11. Januar 2012
Anti-Social zu verkaufen
Schon mal offline gewesen? Allein dieser Gedanke mag viele Menschen an Foltermethoden aus Guantanamo erinnern. Offline geht so gar nicht. Offline ist Leben und das ist bekanntermaßen nur schwer erträglich. Je realer, desto unsozialer.
Gut also, dass es ein virtuelles Leben gibt, irgendwo im Online. Ein sozial-verträgliches. Eine Erkenntnis, zu der immer weniger Menschen kommen. Daher werden Facebook & Co in Kürze wohl ihren Zenith überschritten haben - wenn sie sich nicht neue Menschenmagneten überlegen.
Noch provoziert das Internet Suchtverhalten. Wer es wagen möchte, auf Entzug zu gehen, kann auf eines von zwei erfolgreichen Onlineabhängigkeitsabgewöhntools setzen: Freedom oder Anti-Social. Mit Freedom kann man für maximal acht Stunden seinen Internet-Zugang sperren lassen, was beim ersten Mal weh tut, weil es einmalig zehn Dollar kostet. Immerhin hat man dann noch die Freiheit, Mails zu bearbeiten. Anti-Social ist anders drauf: es verweigert den Zugriff auf Mails, lässt einen aber im Internet surfen. Das Tool will wochentags zu einem tollen Text verlinken. Na toll!
Diese Tools sollte es aber auch für das reale Leben geben. Mit Freedom könnte man unangenehme Mitmenschen für Stunden ausschalten, oh ja, die Freiheit kauf ich mir. Und mit Anti-Social... ähem, gibt es das nicht schon? Wenn man sich so umschaut, dann ist Anti-Social ein Verkaufsschlager.
Gut also, dass es ein virtuelles Leben gibt, irgendwo im Online. Ein sozial-verträgliches. Eine Erkenntnis, zu der immer weniger Menschen kommen. Daher werden Facebook & Co in Kürze wohl ihren Zenith überschritten haben - wenn sie sich nicht neue Menschenmagneten überlegen.
Noch provoziert das Internet Suchtverhalten. Wer es wagen möchte, auf Entzug zu gehen, kann auf eines von zwei erfolgreichen Onlineabhängigkeitsabgewöhntools setzen: Freedom oder Anti-Social. Mit Freedom kann man für maximal acht Stunden seinen Internet-Zugang sperren lassen, was beim ersten Mal weh tut, weil es einmalig zehn Dollar kostet. Immerhin hat man dann noch die Freiheit, Mails zu bearbeiten. Anti-Social ist anders drauf: es verweigert den Zugriff auf Mails, lässt einen aber im Internet surfen. Das Tool will wochentags zu einem tollen Text verlinken. Na toll!
Diese Tools sollte es aber auch für das reale Leben geben. Mit Freedom könnte man unangenehme Mitmenschen für Stunden ausschalten, oh ja, die Freiheit kauf ich mir. Und mit Anti-Social... ähem, gibt es das nicht schon? Wenn man sich so umschaut, dann ist Anti-Social ein Verkaufsschlager.
Sonntag, 11. Dezember 2011
Der Duft einer Po-Diva
Er gilt als einer der besten Flakondesigner Deutschlands, Lutz Herrmann, so die investigative Recherche des Kaufhof-Magazins „Galeria“. Der so genannte „Herr der Flaschen“ habe Parfümgefäße für die Düfte von David Beckham, Kate Moss und Beyoncé gestylt. Und auch den Flakon für Kylie Minogue.
Dieser hat es in sich. Oder an sich. Oder für sich. Doch dazu gleich. Eigentlich existieren bei der Entwicklung eines neuen Flakons zunächst nur „Name und Vorstellungen des Auftraggebers, welchen Charakter die Essenz und deren Hülle besitzen sollen“, so die Galeria-Reportage. Parfümeure würden den Duft oft parallel zu Herrmanns Arbeit entwickeln.
Das, was bei der Entwicklung des Duft-Flakons von Kylie Minogue herauskam, könnte die Welt in Atemnot versetzen. Die Flasche hat die Form eines Pos. „Es gibt Flakons, die perfekt zu ihrem Parfüm passen“, gesteht Flaschenkreateur Herrmann ganz grundsätzlich. Hoffentlich trifft das nicht auf Kylies neuen Geruch zu. Wer mag sich denn ein Parfüm kaufen, das nach Kylies Po duftet?
Tja, ein echtes Eau de Toilette...
Tja, ein echtes Eau de Toilette...
Dienstag, 6. Dezember 2011
Ratingagentur Standard & Poor's verliert Bestnote
Höchste Zeit, dass der Anfang gemacht wird: Jok-Blog hat einstimmig beschlossen, die einst renommierte Ratingagentur Standard & Poor's (SP) herabzustufen. Erneut hat SP heute ihre Unfähigkeit bewiesen: Noch bevor SP offiziell publizierte, dass auch Deutschland mit dem Verlust des AAA-Ratings zu rechnen habe, ging die Nachricht bereits bei mehreren Marktteilnehmern um. Damit hat die Verratingagentur die juristische Voraussetzung für Informationsvorsprünge einzelner Händler geschaffen. Heißt es.
Standard & Poor's hat sich schon mehrfach in der Vergangenheit erfolgreich durch Inkompetenz hervorgetan: Bei der Herabstufung der USA haben die professionellen Geldschätzer einfach zwei Billionen Dollar übersehen. Die Börsenaufsicht SEC soll eine Untersuchung der Rechenmethoden eingeleitet haben, schrieb das Handelsblatt. Jok-Blog ist schneller als die Börsenaufsicht und kommt zu dem Schluss, dass sich die Manager bei SP standardmäßig zu verrechnen scheinen. Und das liegt nicht an den Rechenmethoden. Da ist ja ein Dieter Bohlen als Juror glaubwürdiger.
Vor einem knappen Monat erst hatte die Rattenagentur bekanntlich Frankreich herabgestuft. Französische Staatsanleihen verbuchten daraufhin die größten Wertverluste seit Einführung des Euro. Dabei war für die Herabstufung anscheinend ein Computerfehler verantwortlich.
Sollten bei Standard-Fools weitere Computerfehler für Hoch- und Herabstimmungen sorgen, wird Jok-Blog diese sogenannte Ratingagentur weiter zurückstufen. Was bedeuten würde: Sie ist mir noch mehr egal!
Standard & Poor's hat sich schon mehrfach in der Vergangenheit erfolgreich durch Inkompetenz hervorgetan: Bei der Herabstufung der USA haben die professionellen Geldschätzer einfach zwei Billionen Dollar übersehen. Die Börsenaufsicht SEC soll eine Untersuchung der Rechenmethoden eingeleitet haben, schrieb das Handelsblatt. Jok-Blog ist schneller als die Börsenaufsicht und kommt zu dem Schluss, dass sich die Manager bei SP standardmäßig zu verrechnen scheinen. Und das liegt nicht an den Rechenmethoden. Da ist ja ein Dieter Bohlen als Juror glaubwürdiger.
Vor einem knappen Monat erst hatte die Rattenagentur bekanntlich Frankreich herabgestuft. Französische Staatsanleihen verbuchten daraufhin die größten Wertverluste seit Einführung des Euro. Dabei war für die Herabstufung anscheinend ein Computerfehler verantwortlich.
Sollten bei Standard-Fools weitere Computerfehler für Hoch- und Herabstimmungen sorgen, wird Jok-Blog diese sogenannte Ratingagentur weiter zurückstufen. Was bedeuten würde: Sie ist mir noch mehr egal!
Samstag, 3. Dezember 2011
Bier für Bushido
Nein, der umkippende Jever-Typ da in den nordischen Sanddünen, der sollte kein Vorbild sein für die Werbekampagne, die einer der größten Bierbrauer Deutschlands geplant hat. Zwar kennt ihn jeder, den Jever-Mann. Und die Werbung war auch erfolgreich. Obwohl, wie es heißt, diese umfallende Werbung keinem Test hätte standhalten können - und dass es damals auch intern Streit gegeben habe, weil man in der entscheidenden Szene einen Sturz-Besoffenen (Betonung auf Sturz) hätte interpretieren können. Heißt es, wie so vieles in der Branche gerüchtiert wird.
Die neue Kampagne, die eine renommierte Biermarke geplant hat, sollte anders sein als dieser Jever-Mann, weil, ganz klar, der Dünen-Mann so einsam sei. Und die Zielgruppe der großen Biermarke seien doch keine einsamen, verklemmten Bier-Kipper, sondern Gesellschaftstrinker. Der neue Spot sollte was mit Freundschaft zu tun haben.
Die nicht minder bekannte Werbeagentur freute sich an ihrer Aufgabe und drehte einen wunderbaren 30-Sekünder mit zwei biertrinkenden Freunden. Hoch emotional inszenierte der Film Attribute wie Freundschaft, Vertrauen, Gemütlichkeit. Der Bierbrauer schaute sich das Werbewerk an und entschied: Geht nicht.
Wieso denn nicht?, folgte die entsetzte Frage der Kreativen. Weil da nur zwei Männer trinken, war die Antwort. Das sei doch das Gute, betonte die Agentur.
Doch der Bierbrauer war anderer Meinung: "Zwei Männer? Das ist doch Bierwerbung für Schwule", begründete der Marketingchef in Bushido-Sprech. Und meinte es ernst.
Der Spot wurde neu gedreht. Genau der gleiche Film. Diesmal mit drei Männern. Er ist jetzt im deutschen Fernsehen zu sehen. Bierwerbung für Bushido & Co. Für den typischen Deutschen eben.
Die neue Kampagne, die eine renommierte Biermarke geplant hat, sollte anders sein als dieser Jever-Mann, weil, ganz klar, der Dünen-Mann so einsam sei. Und die Zielgruppe der großen Biermarke seien doch keine einsamen, verklemmten Bier-Kipper, sondern Gesellschaftstrinker. Der neue Spot sollte was mit Freundschaft zu tun haben.
Die nicht minder bekannte Werbeagentur freute sich an ihrer Aufgabe und drehte einen wunderbaren 30-Sekünder mit zwei biertrinkenden Freunden. Hoch emotional inszenierte der Film Attribute wie Freundschaft, Vertrauen, Gemütlichkeit. Der Bierbrauer schaute sich das Werbewerk an und entschied: Geht nicht.
Wieso denn nicht?, folgte die entsetzte Frage der Kreativen. Weil da nur zwei Männer trinken, war die Antwort. Das sei doch das Gute, betonte die Agentur.
Doch der Bierbrauer war anderer Meinung: "Zwei Männer? Das ist doch Bierwerbung für Schwule", begründete der Marketingchef in Bushido-Sprech. Und meinte es ernst.
Der Spot wurde neu gedreht. Genau der gleiche Film. Diesmal mit drei Männern. Er ist jetzt im deutschen Fernsehen zu sehen. Bierwerbung für Bushido & Co. Für den typischen Deutschen eben.
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